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Projektdaten

Projektentwickler
Generalunternehmer
solarhybrid AG
Auftrag- und Eigenkapitalgeber
Betreiber
Altira AG mittels Deutscher Solarfonds Stabilität 2010 GmbH & Co. KG
Fremdkapital Commerzbank AG
Gesamtauftragsvolumen
für solarhybrid (FinowTower II)
rund 111,5 Mio. € (netto)
Projektvolumen gesamt (FinowTower II) rund 120 Mio. € (netto)
Netzbetreiber E.ON edis AG
Nennleistung FinowTower I 24,3 MWp
Nennleistung FinowTower II 60,4 MWp
Nennleistung FinowTower I + II 84,7 MWp
Jahresertrag FinowTower I 23,5 Mio. kWh/a
Jahresertrag FinowTower II 58,5 Mio. kWh/a
Jahresertrag FinowTower I +II 82 Mio. kWh/a
CO2-Einsparung FinowTower I 450.000 t in 20 Jahren Laufzeit
CO2-Einsparung FinowTower II 1.104.000 t in 20 Jahren Laufzeit
CO2-Einsparung FinowTower I + II 1.554.000 t in 20 Jahren Laufzeit
Planung,
Bauleitung
Enerparc AG
Montage Conecon GmbH
PV-Module Suntech Power International Ltd.
317.880 Suntech STP 190
Zentralwechselrichter SMA Solar Technology AG
73 Sunny Central 630 und 720 CP
Gestelltechnik Mounting Systems GmbH
8.929 Modultische System Sigma
Rammprofile FinowTower II WWF Solar GmbH und Kaefer GmbH
64.000 Stück
Grundstücksgröße Finow II 210 ha, davon 130 ha bebaut
Finow I + II: 280 ha, davon 185 ha bebaut
Restflächen Biotope und Ausgleichsflächen
Grundstücksart militärische Konversionsfläche
Altlastenräumung FGGK GmbH
Standort 16244 Schorfheide, Ortsteil Finowfurt
Fertigstellung Dezember 2011

Projektbeschreibung

Die solarhybrid AG hat als Generalunternehmer das Solarstrom-Kraftwerk FinowTower auf dem ehemaligen Militärflughafen Eberswalde/Finowfurt in der Gemeinde Schorfheide erweitert. Die Erweiterung umfasst 60,4 Megawatt und steigert die Kraftwerksleistung auf insgesamt 84,7 Megawatt. Damit ist das größte Solarstrom-Kraftwerk in Europa entstanden, das sich auf einer Fläche von 260 Fußballfeldern erstreckt.

Das Gesamtauftragsvolumen der Erweiterung FinowTower II beträgt für solarhybrid rund 111,5 Millionen Euro. Auftrag- und Eigenkapitalgeber sowie Betreiber ist die durch die Altira Renewables Management GmbH initiierte Deutscher Solarfonds Stabilität 2010 GmbH & Co. KG. Die Fremdfinanzierung stammt von der Commerzbank AG.

Projektentwicklung durch solarhybrid

solarhybrid hat das Großprojekt von der ersten Idee bis zur Baureife und Baugenehmigung inklusive der Finanzierung und Strukturierung vollständig selbst entwickelt. Die Erweiterung resultierte aus der erfolgreichen Realisierung des ersten Bauabschnittes FinowTower I. Grundlage der Erweiterung war der Erwerb des Baugrundstücks von der WVZ Wirtschafts-Verkehrs-Zentrum Finow GmbH & Co. KG unter der Leitung von Reinhard Otto, der maßgeblich an der Projektentwicklung beteiligt war.

solarhybrid hat die Bauleitplanung zur Erlangung des Baurechts und damit der Baugenehmigung gemeinsam mit der Gemeinde Schorfheide erarbeitet. Dabei unterstützte Bürgermeister Uwe Schoknecht das Projekt nachdrücklich. Als Planungsbüro im Bauleitverfahren fungierte wie bereits im ersten Bauabschnitt das Büro Dörner + Partner aus Eberswalde, das unter Federführung von Uwe Kleber auch das Bauantragsverfahren durchführte. Dank gilt allen beteiligten Mitarbeitern bei den entsprechenden Verwaltungen der Gemeinde Schorfheide und des Landkreises Barnim für die zielführende Bearbeitung des Großprojektes.

Planung Montage Systemtechnik

Bei der Realisierung von FinowTower II waren die bewährten Partner aus vorherigen Großprojekten beteiligt: Photovoltaik-Module von Suntech, Wechselrichter von SMA, Gestelltechnik von Mounting Systems, Planung von Enerparc, Montage von Conecon.

Die Gründung erfolgte mittels 64.000 Rammprofilen, die bis zu drei Meter tief in den Erdboden gerammt wurden. Die Rammprofile stammen zum Großteil aus der Region und wurden von WWF Solar aus Eberswalde geliefert. Die Rammprofile sind je nach Bodenbeschaffenheit zwischen 2,20 und 3,50 Meter lang und haben eine Gesamtlänge von 171 Kilometern.

Wie bereits bei FinowTower I kamen PV-Module von Suntech zum Einsatz. 317.880 PV-Module des Typs Suntech STP 190 wurden auf sogenannte Modultische montiert, die von dem Berliner Unternehmen Mounting Systems geliefert wurden. Die Montage der PV-Module erfolgte quer, neun PV-Module nebeneinander, vier Reihen übereinander. So nimmt ein Modultisch des Systems Sigma 36 PV-Module auf. Insgesamt wurden 8.929 Modultische mit jeweils 14,5 Metern Länge montiert. Wollte man alle Modultische mit einer Gesamtlänge von 128 Kilometern ablaufen, müsste man eine dreifache Marathon-Distanz absolvieren.

Kamen bei FinowTower I in Betonkompaktstationen verbaute Zentralwechselrichter von SMA zum Einsatz, wurden bei FinowTower II 73 Zentralwechselrichter der neuen SMA-Outdoor-Generation vom Typ Sunny Central 630 und 720 CP installiert.

Region und Umwelt profitieren nachhaltig

Das Solarstrom-Kraftwerk FinowTower II ging im Dezember 2011 an das Netz von E.ON edis. Um dieses Ziel zu erreichen, sorgten bis zu 400 Mitarbeiter vor Ort für eine zügige Errichtung. Darunter befanden sich zahlreiche Beschäftigte aus der Region. Ebenso waren mehrere regionale Unternehmen am Großprojekt beteiligt: Das Planungsbüro Dörner + Partner, das Vermessungsbüro Kühne, die Firma FGGK für Kampfmittelräumung, Abrissarbeiten und Baufeldvorbereitung, die 30 Tonnen Kampfmittel räumte, sowie die Lieferanten Mounting Systems und WWF Solar. Zudem kann die Gemeinde Schorfheide mit erheblichen Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten 20 Jahren rechnen.

Das Solarstrom-Kraftwerk FinowTower I + II wird mehr als 82 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erwirtschaften, womit der Bedarf von etwa 23.500 Haushalten gedeckt werden kann. Mit einer Einsparung von 1.554.000 Tonnen schädlichem Kohlendioxid (CO2) in 20 Jahren Laufzeit leistet FinowTower einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Im Rahmen von FinowTower II werden naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen im Umfang von etwa drei Millionen Euro getätigt. Hierzu zählen die Entsiegelung von Flächen und die Erstaufforstung von rund fünf Hektar Wald, die Schaffung und die Pflege über 20 Jahre von 58 Hektar neuer Trockenrasenflächen sowie von rund neun Hektar Lerchenfeldern. Zur Schonung des Landschaftsbildes wurden das zu errichtende Umspannwerk und die zum Hochspannungsnetz verlaufende Stromtrasse in den Forst integriert.



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